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Wir treffen uns jeden Montag von 20:00 bis 22:00 Uhr zum Dienstabend.


DRK Ortsverein Fuldatal-Ihringhausen
Niedervellmarsche Straße 27a
34233 Fuldatal
(Feuerwehrhaus)

info[at]drk-ihringshausen[dot]de

Unsere über 100-jährige Geschichte

Wochen vor der eigentlichen Gründung hatten sich zehn Idealisten aus Ihringshausen zusammengefunden, um eine Sanitätskolonne zu gründen.

Das waren:

Willi Ackermann, Georg Kompenhans, Georg Bachmann, Heinrich Schade, Heinrich Bader, Ludwig Schade, Wilhelm Bader, Ernst Stein, Heinrich Geule und Heinrich Vockenroth.

Als dann die Prüfung im Erste-Hilfe-Kurs bestanden war, wurde am 22. Oktober 1908 die Rotkreuz-Sanitätskolonne Ihringshausen gegründet. Kolonnenarzt wurde Dr. med. Fackenheim. Gleich im nächsten Jahr fand ein weiterer Kurs mit 40 Stunden in der Sanitätsausbildung statt. Die Mitgliederzahl der Kolonne wuchs zusehends.

Die Gemeinde Ihringshausen stiftete eine Rädertrage, womit die unbemittelten Kranken der Gemeinde unentgeltlich transportiert werden konnten. Die Transporte gestalteten sich oft sehr schwierig und lange, denn bei Regen, Schnee und Eis mussten die Männer die Kranken auch aus den Nachbargemeinden in die Krankenhäuser nach Kassel transportieren. So ein Transport dauerte oft mehrere Stunden.

Dann begann der erste Weltkrieg (1914-18). Viele Kameraden wurden eingezogen. Einige kamen nicht wieder. Dennoch blühte in der Kolonne schnell wieder neues Leben und Aktivität auf. Es kam Dr. med. Fritz Fütterer, ein Mann der Liebe und Ausdauer zur Sache mitbrachte. Unter seiner Führung wuchs die Kolonne auf eine der stärksten im Kreis heran. Leider musste Dr. Fütterer die Kolonne bald wieder verlassen, er wurde Militärarzt. Heinrich Gattrey übernahm die Bereitschaft, die es mittlerweile geworden war, aus guten Händen und führte sie zu weiterem Fortschritt.

Am 1. Juni 1938 wurde Dr. med. Richard Kellermann Bereitschaftsarzt. Er hatte wesentlichen Anteil an der Aufwärtsentwicklung des DRK in Ihringshausen.  Er war 50 Jahre Bereitschaftsarzt der Bereitschaft Ihringshausen. Aus diesem Grund wurde er mit dem Ehrenzeichen des DRK ausgezeichnet.

Zum gleichen Zeitpunkt konnte eine Frauengruppe in die Bereitschaft aufgenommen werden. Als die Bereitschaft ihren Höchststand erreicht hatte, brach der zweite Weltkrieg (1939-45) aus. Wiederum wurden viele Kameraden eingezogen. Die Daheimgebliebenen mussten in der Folgezeit viele große Aufgaben erfüllen. In der Volksschule wurde ein Lazarett- und Sanitätsraum eingerichtet, der mit acht Betten und allen erforderlichen Geräten und Material ausgestattet war. Tag und Nacht war dieser Raum von den freiwilligen Helferinnen und Helfern besetzt. Am 3. und 22. Oktober 1943 hatte die Bereitschaft ihre größten aber auch traurigsten Einsätze. Weit über 500 Verletzte mussten, bedingt durch die Fliegerangriffe auf die Stadt Kassel, versorgt werden. Der große Saal der Gastwirtschaft “Willi Eberhardt“ wurde als Verbandsplatz noch hinzugezogen. Hier zeigte es sich, dass die Mühen der harten und strengen Ausbildung gelohnt hatten.

Auch im zweiten Weltkrieg verlor die Bereitschaft wieder einige ihrer Kameraden. Sämtliche Einrichtungsgegenstände, Instrumente, Verbandmaterial und Uniformen gingen am Kriegsende verloren oder wurden gestohlen. Zwangsläufig erlahmte zunächst die Arbeit der Bereitschaft. Alles fing wieder von vorne an. Zur Freude der Verantwortlichen konnte schon im November 1945 ein Sanitätslehrgang durchgeführt werden. Unter der Führung des Bereitschaftsleiters Georg Grebe wuchs die Bereitschaft schnell wieder auf eine stattliche Zahl aktiver Helferinnen und Helfer heran. Durch die Unterstützung der Gemeinde Ihringshausen, sowie durch freiwillige Spenden, konnte teilweise wieder neues Ausrüstungsmaterial und Bekleidung beschafft werden.

Unter der Leitung von Friedrich Sostmann als Ausbilder wurden Erste-Hilfe Lehrgänge durchgeführt. Dadurch kamen wieder neue Mitglieder in die

Ortsvereinigung.

Mit der Gründung einer Jugend-Rotkreuz-Gruppe wurde im Jahr 1950 ein weiterer neuer Abschnitt in der Geschichte der DRK-Ortsvereinigung Ihringshausen eingeleitet.  Anfangs unter der Leitung von Georg Grebe, später von Friedrich Sostmann, zeigte sich auch hier, dass eine gründliche und gute Ausbildung Früchte getragen hatte. Mehrmals konnte man sich in den Siegerlisten bei den Erste-Hilfe-Wettbewerben des Kreisverbandes Kassel-Land wieder finden. Durch die Neugliederung im Deutschen Roten Kreuz nach dem zweiten Weltkrieg, wurde die heute bestehende Ortsvereinigung ins Leben gerufen. Das bedeutet, dass neben der Bereitschaft mit den aktiven Helferinnen und Helfern unter der Führung eines Bereitschaftsführers, auch das Jugendrotkreuz und die Fördermitglieder zusammengefasst wurden.

 Georg Grebe war bis 1954 der erste Vorsitzende in der Neufassung der DRK-Ortsvereinigung Ihringshausen. Für seine Verdienste und für den Wiederaufbau des Roten Kreuzes nach dem Kriege in Ihringshausen, wurde er 1961 mit dem das Ehrenzeichen des DRK ausgezeichnet.

Von 1954 bis 1958 war Friedrich Sostmann Bereitschaftsführer und Vorsitzender. 1958 wurde Heinrich Gattrey zum Vorsitzenden und Kurt Stein zum Bereitschaftsführer gewählt. Von 1962 bis 1997 war Friedrich Sostmann wieder Vorsitzender. Für seine großen Verdienste um das DRK erhielt er zahlreiche Auszeichnungen: Ehrenzeichen des DRK, Ehrenbrief des Landes Hessen, Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes Hessen, Ehrenschild des Landkreises Kassel, Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Die aktiven Helferinnen und Helfer haben sich in den Nachkriegsjahren zu einer starken Truppe gemausert. Sie wollten dem Jugend-Rot-Kreuz natürlich nicht nachstehen und zeigten im Laufe der Jahrzehnte auch große Wettkampferfolge. Seit 1968 wurden sie bei den Kreiswettkämpfen achtmal erster, sechsmal zweiter und dreimal dritter Sieger

Die größten Erfolge erzielten sie bei den internationalen Wettkämpfen. So belegten sie 1977 beim Wettkampf in Reutte/Tirol den dritten Platz von über 70 Mannschaften sowie 1983 in Füssen den ersten Platz von 74 teilnehmenden Mannschaften aus sechs Nationen.

Jahrzehntelange gute Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Fuldatal war die Voraussetzung, dass den Mitbürgern der Gemeinde in Notlagen geholfen werden konnte. So beispielsweise bei einem Großbrand auf dem bäuerlichem Gehöft Riehl in der Friedhofstraße in Fuldatal-Ihringshausen, bei dem drei schwerstverletzte Feuerwehrkameraden gerettet werden konnten. Dafür  wurden die fünf nachfolgend aufgeführten Helfer mit der silbernen Leistungsspange des DRK ausgezeichnet:

Henri Heinemann, Lothar Löber, Thorsten Löber, Hubert Seidel und Dirk Strich.

Im Rahmen der Mitarbeit im Katastrophenschutz wurde von den Helfern der Bereitschaft seit 1968 der Gerätewagen Technik eines Schnelleinsatzzuges des Land Hessen betreut. 1996 wurden die Schnelleinsatzzüge aufgelöst und die Gruppe Technik & Sicherheit in die Betreuungszüge integriert. Bis heute stellen wir diese Einheit.

Von 1983 – 1993 stellten wir noch die Verpflegungsgruppe im Betreuungszug. Es wurde häufig leckere Einsatzverpflegung hergestellt.

Nach jahrelanger Suche, geeignete Räume zur Unterbringung der Materialien und Gerätschaften zu bekommen, war es Dank der Gemeinde Fuldatal möglich, im Jahre 1987 Räume und Garagen in der neuen Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Ihringshausen zu beziehen. Endlich hatte es ein Ende mit dem Auslagern von Materialien bei den Mitgliedern und in angemieteten Räumen.

Die Gründung eines Seniorenclubs 1974 war besonders für die unsere älteren Mitbürger wiederum ein gelungener Auftakt zu weiteren Aktivitäten.

Bis heute werden noch immer Halbtags-Busfahrten, geselliges Beisammensein, Sommerfeste, Adventsnachmittage durchgeführt. Dies zeigte den Verantwortlichen für die Seniorenarbeit, dass richtig es war, 1974 diese Einrichtung ins Leben zu rufen und zu pflegen. Dabei sei der damaligen Gründerin Johanna Waldeyer, ihren Nachfolgern Ilse Lindemann, Friedrich Sostmann, Hans Gehann und Klaus Keil herzlich gedankt.

1978 konnte die Bereitschaft ihren ersten eigenen und gebrauchten Mannschaftstransportwagen in Dienst stellen. Nach vier Jahren war es dann möglich, ein neues Fahrzeug zu kaufen und zum Einsatz zu bringen. Inzwischen besitzen wir das fünfte neuwertige Einsatzfahrzeug.

Von 1997 bis 2009 wird die Ortsvereinigung von Wilfried Schüttenberg als Vorsitzenden geführt.

Am 16. Juni 2007 ereilte uns die Nachricht vom Tod unseres Ehrenvorsitzenden und Leiter des Seniorenclubs Friedrich Sostmann. Im Kreise seiner  Seniorengruppe verstarb er im 78. Lebensjahr während einer Rotkreuz-Freizeit in Waldachtal-Lützenhardt im Schwarzwald. Mit ihm verlor das Rote Kreuz in Ihringshausen nicht nur einen verdienten Menschen, sondern auch einen Kameraden und Freund, der für alle als Vorbild in Erinnerung bleiben wird.

Von 2009 bis 2012 war Hans-Norbert Alt Vorsitzender des OV.

Von 2012 bis 2016 war Dieter Michel Vorsitzender des Ortsvereins.

Ab Mai 2016 ist Henri Heinemann Vorsitzender.

Über 100 Jahre nach der Gründung befindet sich der Ortsverein Fuldatal-Ihringshausen, getragen von der Einsatzbereitschaft der Aktiven, weiterhin auf dem Weg in eine erfolgreiche und hoffentlich friedliche Zukunft. Wir haben in den vergangen Jahren an vielen Einsätzen auf örtlicher Ebene und auch auf Landes- oder Bundesebene teilgenommen. Unsere Ausstattung lässt keine Wünsche offen.

Wir glauben, dass unsere Gründungsväter stolz auf uns wären.

Der Ortsverein hat z. Zt. 194 Mitglieder. Davon zählen 23 zu den Aktiven.